Termine

Back to All Events

Kolumbianischer Filmabend - Doppelvorstellung mit "3 Kriegerinnen" und "Bis der Teufel uns holt"

TRES MUJERES GUERRERAS -
3 KRIEGERINNEN
Kolumbiens Frauen und die Sehnsucht nach dem Frieden

Fast alle Familien in Kolumbien sind von Gewalttaten betroffen, sei es in Form von Entführung, Mord oder Raubüberfall. Der Konflikt zwischen der Regierung und der Guerrilla existiert seit über 50 Jahren. Mehr als 220000 Menschen wurden ermordet, 4150000 verloren ihr Zuhause und 25000 sind verschwunden. Seit der Präsident Juan Manuel Santos 2012 anfing, Friedensverhandlungen mit der Guerillagruppe FARC zu führen, darf die Bevölkerung auf eine Veränderung hoffen.
Drei Frauen kämpfen auf ihre Weise unermüdlich für ein Land in Frieden: Diana Avella aus Bogotá ist alleinerziehende Mutter und eine der bekanntesten Hip-Hop-Sängerinnen in Kolumbien. In ihren Liedern drückt sie provozierend ihre Empörung über die Ungerechtigkeit aus. Teresa Castrillón, Mutter von vier Kindern und Witwe, hat in Puerto Berrío (Antioquia) eine der ersten Organisationen für Gewaltopfer errichtet. Sie ruft Frauen dazu auf, öffentlich von ihren Leiden zu berichten. Yamili Ocampo, Pädagogin und Schauspielerin, erlebte das von Gewalt überschüttete Medellín der 90er Jahre unter dem Einfluss von Pablo Escobar. Sie beschloss, ihren Kampf mithilfe von Büchern zu führen. Sie liest Kindern und Jugendlichen moderne Literatur vor und setzt sich für ein Netzwerk von Bibliotheken als gewaltfreie Orte in Medellín ein. Die Geschichten der drei Frauen erzählen von einer bürgerlichen Bewegung, die kreative Auswege aus einer tief verwurzelten gewalttätigen Kultur sucht.
 


BIS DER TEUFEL UNS HOLT
Carnaval de Riosucio

Alle zwei Jahre feiern die Menschen in Riosucio – einer Kleinstadt in den Anden zwei Autostunden südlich von Medellin - einen ganz besonderen Karneval: den „Carnaval del Diablo“. Sechs Tage lang, mit einem riesigen Teufel, bunten Cuadrillas, phantasivollen Kostümen und bis zu 150.0000 Besuchern. Es herrscht Frieden. Kolumbien kennen wir überwiegend nur als Schauplatz von Drogenkriegen, von Korruption und Kidnapping, von Gewalt und Mord. Die Kolumbianer selbst wissen um dieses Bild, das die Welt von ihrem Land hat. Und sie wollen es verändern. Alejandra, Anibal, Saul und Victor sind seit der Kindheit bei diesem Volksfest dabei, sie bereiten es vor und gestalten es aktiv mit. Sie erzählen uns in den Tagen des Karnevals ihre Kritik, ihre Wünsche und ihre Hoffnung für ihr Land. Die Geschichte des Karnevals von Riosucio ist die zweier benachbarter Dörfer, die aufgrund ihrer ethnischen Verschiedenheit und des Streites um Goldminen viele Jahre tief verfeindet waren. Doch die Indios und die Schwarzen überwanden diese Feindschaft und schlossen sich zu einem Ort zusammen . Heute leben sie in gegenseitigem Respekt , feiern gemeinsam und „verehren“ den Teufel nicht als Satan, sondern als Symbol der Brüderlichkeit.
Dieser Film erzählt die Geschichte der Sehnsucht nach Frieden, dem Wunsch nach dem Ende der Vorurteile und Negativschlagzeilen. Und über die Berechtigung auf ein besseres Bild Kolumbiens in der Welt, über einen zaghaften Aufbruch in eine hoffnungsvollere Zukunft des Landes.